Titel: 10.000 BCLand: USA, NZ
Original Titel: 10,000 BCJahr: 2008
Alternativ Titel: 10,000 B.C. Länge: 109 min
Ö-Kinost.: 2008-03-07
Genre: Abenteuer-Drama 
Regie: Roland Emmerich: Patriot, DerDay After Tomorrow, The2012Phantastische Reise, Die
Darsteller: Camilla Belle: Quiet - Kannst du ein Geheimnis für dich behalten?, TheUnbekannter Anrufer
Steven Strait: Pakt - The Covenant, Der
Cliff Curtis: Perfekte Verbrechen, DasSunshine (2007)Fountain, TheUrteil - Jeder ist käuflich, DasWhale RiderMajestic, TheCollateral Damage - Zeit der VergeltungTraining DayBlow
Omar Sharif: Hidalgo - 3000 Meilen zum RuhmMonsieur Ibrahim und die Blumen des Koran
Affif Ben Badra: 
Tim Barlow: 
Reece Ritchie: 
 
Inhalt:

Es begab sich zu einer Zeit, in der Mann und Bestie ungezähmt waren und gewaltige Mammuts auf der Erde umher wanderten. Eine Zeit, in der Ideen und der Glauben geboren wurden, welche die gesamte Menschheit für immer prägen sollten. Der junge Jäger D'Leh (STRAIT) führt seine Armee quer durch eine gewaltige Wüste, gerät in erbitterte Kämpfe mit Säbelzahntigern und prähistorischen Raubtieren, stößt auf Hochkulturen und versucht die Frau, die er liebt (BELLE), aus den Fängen eines feindlichen Kriegsherrn (BADRA) zu befreien.

Kritik:

Freilich sind die Zuschauer vom Regie-Ass Roland Emmerich verwöhnt. Seine bisherigen Hollywood-Filme („Stargate“, „Independence Day“, „Godzilla“, etc.) waren allesamt gut gelungen und vor allem auch an den Kinokassen große Kracher. Klar, dass die Erwartungshaltung auch für „10.000 BC“ sehr groß war. Leider hat Emmerich aber diesmal erstmals versagt. Dieser Streifen hat nur in Punkto Größe und Bombast etwas mit seinen anderen Werken gemein. Technisch kann man nämlich wie immer nicht meckern: Die CGI-Effekte sind gekonnt inszeniert. Vor allem die Mammuts sehen hervorragend aus. Aber auch die Pyramidenstadt am Ende des Films kann sich sehen lassen. Bei einem (maßlos überschrittenem) kolportierten Budget von 140 Millionen Dollar darf man das aber auch wirklich zu erwarten. Wohin sind die Zeiten eines „Universal Soldier“ als Emmerich das Budget von 23 Millionen noch weit unterschritt?!?

Schlechte Geschichte!
Dabei kreidet man dem gebürtigen Stuttgarter ja nicht einmal die fehlende historische, geographische oder biologische Genauigkeit an. Er setzt nicht nur den Bau der ägyptischen Pyramiden in die Mittelsteinzeit, vermischt verschneite Gebirgslandschaften, Steppe, Dschungel und Wüste nach Belieben, sondern erfindet auch riesengroße, dem Strauß ähnlichsehende Vögel, die blitzschnell durch den Dschungel (!) flitzen und mit messerscharfem Schnabel alles zerbeißen, oder versetzt den in Afrika vor 500.000 Jahren ausgestorbenen Säbelzahntiger in eine gänzlich andere Zeit. Aber über all das könnte man ja noch hinweg sehen, wenn die Story des Streifens nur ein wenig Fleisch hätte. Mädchen-wird-entführt-Bub-läuft-hinterher-um-sie-zu-befreien allein, ist etwas zu wenig. Und selbst das ist nicht einmal gut erzählt. Das Publikum ist zu keiner Zeit gefesselt, gespannt, oder fiebert gar mit den Charakteren mit. Die Dialoge sind geistlos bis hirnlos und es darf bezweifelt werden, ob Emmerich wirklich gut beraten ist, seine Drehbücher immer selbst zu schreiben. Nach eigener Aussage will der 52-jährige den Zusehern immer etwas Neues zeigen, etwas das sie noch nie gesehen haben. Wo bleibt das bei diesem Film?

Die Liebe in Zeiten der Ebola… ähhh… Evolet.
Am ehesten kann man sich „10.000 BC“ als eine Mischung aus Terrence Malicks „The New World“, Mel Gibsons „Apocalypto“ und Marcus Nispels „Pathfinder“ vorstellen. Allerdings ist dieser Film um Welten schlechter als die erwähnten drei! Es wird kein Klischee und kein Fettnäpfchen ausgelassen und eigentlich geht es nur um eine langweilige und schon 10.000mal gesehene Liebesgeschichte. Insbesondere das wenig überraschende Happy-End und vor allem die Art und Weise, wie einem dieses präsentiert wird, lassen auch den Zuschauer mit dem besten Goodwill nur noch den Kopf schütteln…

Fazit:
So nicht, Herr Emmerich! Gute Trickaufnahmen allein machen noch lange keinen guten Film. Ein Minimum an Story dürfen wir schon erwarten. Verbuchen wir „10.000 BC“ als einmaligen Ausrutscher und hoffen auf den nächsten Film…

-> Review by Highlander

Wertung: 4 von 10