Titel: 2 Days in ParisLand: F
Original Titel: 2 Tage in ParisJahr: 2006
Alternativ Titel: Deux jours à Paris Länge: 96 min
Ö-Kinost.: 2007-05-18
Genre: Liebeskomödie 
Regie: Julie Delpy: 
Darsteller: Julie Delpy: Air I Breathe, TheBefore Sunset
Adam Goldberg: Salton Sea, TheZodiac - Die Spur des KillersDéjà Vu - Wettlauf gegen die ZeitWie werde ich ihn los - in 10 Tagen
Daniel Brühl: KrabatDuft von Lavendel, DerGood bye, Lenin!Vaya Con DiosSchule
Marie Pillet: 
Albert Delpy: 
 
Inhalt:

Marion (DELPHY) ist Französin, JACK (GOLDBERG) Amerikaner. Sie sind ein Paar und wohnen in New York. Auf der Rückreise von einem Venedig-Aufenthalt, der als traumhafter Urlaub geplant war und als Beziehungsdesaster endete, machen sie einen kurzen Stopp bei Marions Eltern in Paris. Zwei Tage. Und dort prallen ihre - scheinbar schon vergessenen - kulturellen Unterschiede heftig aufeinander. Jack kann es kaum ertragen, wie offen Marion mit ihren Eltern Beziehungsfragen bespricht, wie sie laufend Ex-Freunde mit immer noch eindeutigen Ambitionen trifft und dass alle Franzosen sowieso ständig nur über Sex oder die Dummheit der Amerikaner reden...

Kritik:

In ihrem Regiedebüt „2 Tage in Paris“ erzählt Julie Delpy eine eigentlich ganz einfache Geschichte: Ein Liebespaar verbringt zwei Tage in Paris. Hierbei kommt es natürlich zu dem ein oder anderen Missverständnis, besonders auf kultureller Ebene. Während Marion – wunderbar charmant dargestellt von Julie Delpy – Französin ist, und sich kaum irgendwo wohler fühlt als in Paris, geht es Jack da ganz anders. Als Amerikaner kann er zum Beispiel die ungemein freizügige Art, mit der Marion mit ihren Eltern über Sex spricht, weder verstehen noch ertragen, da logischerweise auch er Teil dieses Gesprächs ist. Ohnehin spricht Jack kaum ein Wort französisch und wird somit immer mal wieder Opfer kleiner Späßchen von Seiten Marions Familie. Diese wird übrigens großteils tatsächlich von Julie Delpys Familie gespielt – sowohl Mutter als auch Vater sind „echt“.

Ein Beziehung nach drei Jahren…
Außerdem scheint die halbe Stadt bereits etwas mit Marion gehabt zu haben, da sie auf Schritt und Tritt irgendeinem Verflossenen begegnen. So kommt es, dass die als Ausklang eines romantischen Urlaubs in Venedig – der auch nicht wirklich romantisch war – geplanten zwei Tage, ein Marathon kleiner Sticheleien werden. Sarkasmus trifft auf absolute Diskussionsfreudigkeit, und das könnte charmanter nicht sein. Denn mit einer seltenen Ehrlichkeit skizziert Julie Delpy hier wie eine Beziehung nach drei Jahren wirklich ausschaut. Schon fast in Anlehnung an den großen Altmeister Woody Allen, zeigt sie uns Neurosen und Liebesszenen der besonderen Art. So verzichtet Delpy zum Beispiel gänzlich auf Sexszenen oder sonstige Annäherungen und schafft es dennoch, oder gerade deshalb, uns einen der schönsten und ehrlichsten Liebesgeschichten des bisherigen Kinojahres zu liefern. Das liegt vorwiegend an den perfekt ausgereiften Dialogen.

Viel Story, wenig Plot.
Es verlangt ein gewisses Maß an gezieltem Einfühlungsvermögen, den Streit zweier sich Liebenden realistisch auf die Leinwand zu bringen. Das verbindet Delpy dann simpel aber ganz geschickt mit dem exzessiven Gebrauch von Nahaufnahmen. Alles in allem ist es ihr gelungen in wenig Plot viel Story unterzubringen, was hier in keinem Fall mit einem negativen Subton versehen ist. Denn es ist eine Kunst, nicht krampfhaft immer mehr Handlung zu suchen, sondern sich auf das Vorhandene zu konzentrieren und etwas Abgerundetes, Ganzes damit zu schaffen.

Fazit:
„2 Tage in Paris“ ist ein Liebesfilm, der nicht nur für Verliebte gemacht wurde. Selten ist es gelungen, das altbewährte Sprichwort „Was sich neckt, das liebt sich“ so schön und humorvoll zu verfilmen.

-> Review by Ula

Wertung: 8 von 10