Titel: Unbequeme Wahrheit, EineLand: USA
Original Titel: Inconvenient Truth, AnJahr: 2006
Alternativ Titel: nicht vorhanden Länge: 100 min
Ö-Kinost.: 2006-10-13
Genre: Dokumentation 
Regie: Davis Guggenheim: Tödliche Gerüchte
Darsteller: Al Gore: Fahrenheit 9/11
 
Inhalt:

Die Menschheit sitzt auf einer Zeitbombe. Wenn die große Mehrheit der internationalen Wissenschaftler Recht hat, bleiben uns nur noch zehn Jahre, um eine große Katastrophe abzuwenden, die das Klima unseres Planeten zerstören wird. Die Folge werden extreme Wetterveränderungen sein, Fluten, Dürren, Epidemien und tödliche Hitzewellen von ungekanntem Ausmaß – eine Katastrophe, die wir selbst verschulden. Im Jahr 2005 erlebte Amerika die schlimmsten Stürme seiner Geschichte. Es scheint, als sei ein Wendepunkt erreicht – und Gore schildert das Szenario dieser düsteren Situation. Zwischen dem Vortrag von Gore streut der Film immer wieder biografische Aspekte ein: wie der idealistische College-Student sich schon früh für Ökologie interessierte; wie eine Familientragödie sein Leben als junger Senator grundlegend veränderte; wie der Mann, der fast US-Präsident wurde, zur leidenschaftlichsten Aufgabe seines Lebens zurückkehrte überzeugt, dass noch genügend Zeit bleibt, die Dinge zu verändern.

Kritik:

Regisseur Davis Guggenheim führt uns in seiner Dokumentation „An Inconvenient Truth“ tatsächlich „die unbequeme Wahrheit“ der globalen Erwärmung vor. Den Dreh und Angelpunkt bildet hierbei Al Gores langjährige Campagne zu selbigem Thema. Der einstige Vize-Präsident ging nach seiner umstrittenen Wahlniederlage im Jahr 2000 mit einer multimedialen Präsentation auf Tour, um mit einer originellen Mischung aus Humor, Cartoons und überzeugenden wissenschaftlichen Fakten vor den dramatischen Folgen der globalen Erwärmung zu warnen.

Die USA und das Kyoto-Protokoll.
„I am Al Gore. I used to be the next president of the United States of America”. So der Beginn der Rede, die den Grundstein der Dokumentation setzt. Eine Rede die Al Gore, der ehemalige Vize-Präsident und Präsidentschaftskandidat des Jahres 2000, nicht zum ersten und nicht zum letzten Mal gehalten hat. Geistreich und charmant bringt er die Gefahren der Globalen Erwärmung an den Mann – an den amerikanischen Mann. An dieser Stelle liegt auch, nebst der Thematik selbst, ein interessanter Punkt: Es handelt sich hier nämlich um den Aufbau eines Bewusstseins, dass in Europa bereits seit längerem konstruiert wird. Amerika im Gegensatz dazu ist immerhin der weltweit größte Energieverbraucher, und zusätzlich eines der Länder welches das Kyoto-Protokoll noch nicht unterzeichnet hat.

Was wäre wenn???
Die Struktur welcher der ursprünglich in der TV-Landschaft beheimatete Regisseur nachgeht, ist überhaupt gut konzipiert. Er weiß um die Gefahren die das Genre birgt, und verschießt sein Pulver daher nicht gleich zu Beginn. So zum Beispiel entfernt er sich zum richtigen Zeitpunkt auch einmal vom Vortrag und gibt dem Zuschauer häppchenweise eine Light-Biographie von Al Gore, beleuchtet seine Wurzeln und seine Ziele. Al Gore selbst kümmert sich um den Rest, gibt sich nicht nur charmant, sondern auch rhetorisch versiert und äußert seine Warnungen durchaus parteiunabhängig. Es kann sich hier definitiv nicht nur um Werbung in eigener Sache handeln, denn bereits unter der Clinton-Regierung engagierte sich Gore für den Umweltschutz und brachte 1992 „Wege zum Gleichgewicht. Ein Marshallplan für die Erde“ auf den Markt, der damals zu einem Bestseller wurde. Trotzdem zwingt sich – vor allem jedem Nicht-Amerikaner – die Frage auf, was wäre gewesen wenn die Wahl anders ausgegangen wäre? Al Gore selbst äußert sich den Gegnern seines „Feldzuges“ gegenüber ganz einfach: „You can’t make somebody understand something if their salary depends upon them not understanding it.“

Fazit:
„Eine unbequeme Wahrheit“ ist definitiv sehenswert! Kleiner Tipp: Im Original kommt der Wortwitz besser rüber!

-> Review by Ula

Wertung: 6 von 10