Titel: Volver - RückkehrLand: E
Original Titel: VolverJahr: 2006
Alternativ Titel: Return Länge: 120 min
Ö-Kinost.: 2006-08-04
Genre: Tragikomödie 
Regie: Pedro Almodóvar: Sprich mit ihrMala educación - Schlechte Erziehung, La
Darsteller:
 
Inhalt:

Raimunda (CRUZ) befindet sich gegenwärtig in einer riesigen Krise. Aus Geldmangel hat sie das verwaiste Restaurant ihres gegenwärtig verreisten Nachbarn kurzerhand wiedereröffnet und bewirtet dort eine dreißigköpfige Filmcrew, die grade in der Gegend dreht. Während diese sich Raimundas köstliches Essen auf der Zunge zergehen lässt, lagert im Kühlfach jedoch ihr toter Ehemann, der von ihrer Tochter aus Notwehr erstochen wurde. Zusätzlich berichtet ihre Schwester Sole (DUENAS), dass ihre Mutter Irene (MAURA) scheinbar von den Toten erwacht ist, obwohl sie eigentlich doch bei einem Brand gemeinsam mit dem Vater ums Leben gekommen war. Was ist bei diesem Brand wirklich passiert? Warum ist Irene wieder da? Und welche Rolle spielt bei der ganzen Geschichte die ehemalige Nachbarstochter Agustina (PORTILLO), die seit Jahren nach ihrer verschwundenen Mutter fahndet? Fragen über Fragen. Und all diese Fragen führen tiefer in die gemeinsame Vergangenheit der Frauen. Deren Antworten scheinen sich jedoch nur durch eine gemeinsame Rückkehr finden zu lassen…

Kritik:

In seinem fünfzehnten Werk lässt Drehbuchautor und Regisseur Pedro Almodóvar in das Schicksal und die Vergangenheit dreier Frauen aus drei verschiedenen Generationen blicken, die Wahnsinn, Aberglaube und sogar den Tod aufgrund ihrer unerschöpflichen Lebenskraft überwunden zu scheinen haben. Dieser Film ist in vielerlei Hinsicht auch eine persönliche Rückkehr Pedro Almodóvars. Nach seinem letzten Werk „La mala education“ geht Almodóvar wieder zu weiblichen Protagonistinnen über. Seit Beginn seines künstlerischen Schaffens stehen Frauen und ihre unterschiedlichen Schicksale im Mittelpunkt seines filmischen Universums. „Mein Ideal einer Geschichte ist eine Frau die sich in einer Krise befindet“, umriss er selbst einmal in einem Interview das dramaturgische Grundkonzept seiner Filme, was sich bereits in Frühwerken wie „Kika“, „High Heels“ und unzähligen anderen zeigte.

Rückkehr zum klassischen Almodóvar.
Auch diesmal gerät die eigentlich durchaus charakterstarke und unerschütterliche Protagonistin in einen Strom von Ereignissen, die sie an die Grenzen ihrer selbst führen und dadurch, wie sooft bei Almodóvar, wieder zurück zu ihrer Vergangenheit. In dieser Rolle glänzt eine noch nie besser gewesene Penelope Cruz, die, überaus zu Recht, zusammen mit der restlichen weiblichen Besetzung von „Volver“ die Goldene Palme für die beste weibliche Darstellung in Cannes gewann. Zum anderen kehrt Almodóvar in diesem auch noch mit „Rückkehr“ betitelten Film in seine Heimatregion La Mancha zurück, wo er selbst in einem, dem Spielort ähnlichem, Dorf aufgewachsen ist. In „Volver“ ist es ein Dorf voller Mythen und Aberglauben, wo die Geheimnisse der Vergangenheit verborgen liegen. Stückweise und inszenatorisch durch verschiedene Handlungsstränge und Rückblenden gelöst, erfährt der Zuschauer die Beziehungen der Frauen zueinander und noch unzählige schamlose Lügen und schlagfertige Kurzschlusshandlungen ihrer Vergangenheiten. Bemerkenswert und wieder ein Aspekt der Rückkehr in diesem Film, ist, trotz aller Dramatik, die Komik.

Skurril und farbenfroh.
Almodóvar selbst bezeichnet „Volver“ als eine „dramatische Komödie“, wobei angemerkt werden muss, dass Komödie hier nicht Almodóvars klassische Variante einer bunten und mit skurrilen Charakteren übersäten Geschichte meint, sondern eher einen aus dem Leben gegriffenen Humor bezeichnet. Die teilweise schon poetisch anmutenden Bilder, scheinen geradezu ineinander überzufließen. Almodóvar belässt hier alles gänzlich ohne „Schrillheit“, dennoch ist niemals auch nur eines der Bilder farblos. Ganz im Gegenteil: Das Bild ist der Dramaturgie sehr angemessen. So auch der gesamte Film den Erwartungen einem Pedro Almodóvar gegenüber.

Fazit:
Pedro Almodovar ist mit „Volver“ eine würdige „Rückkehr“ auf die Leinwand gelungen, die für jeden Liebhaber ein Muss des Kinosommers 2006 ist.

-> Review by Ula

Wertung: 8 von 10