Titel: Casino RoyaleLand: USA, GB
Original Titel: Casino RoyaleJahr: 2006
Alternativ Titel: James Bond 21 / Bond Begins Länge: 139 min
Ö-Kinost.: 2006-11-24
Genre: Action-Thriller 
Regie: Martin Campbell: Vertical LimitLegende des Zorro, DieJenseits aller Grenzen
Darsteller: Daniel Craig: Jacket, TheEnduring LoveQuantum Trost, EinGoldene Kompass, DerInvasionMünchenLayer CakeRoad to PerditionLara Croft: Tomb RaiderIch träumte von Afrika
Eva Green: Goldene Kompass, DerKönigreich der HimmelTräumer, Die
Mads Mikkelsen: Nach der HochzeitWilbur Wants to Kill Himself
Jeffrey Wright: Quantum Trost, EinInvasionStirb langsam 4.0Mädchen aus dem Wasser, DasSyrianaBroken Flowers
Giancarlo Giannini: DarknessQuantum Trost, EinMann unter Feuer
Ivana Milicevic: Running ScaredSo lange du da bistHals über Kopf
Judi Dench: Quantum Trost, EinTagebuch eines SkandalsStolz und VorurteilDuft von Lavendel, DerRiddick - Chroniken eines KriegesStirb an einem anderen TagIrisSchiffsmeldungen, DieChocolat... ein kleiner Biß genügt
 
Inhalt:

Der junge MI6-Agent (CRAIG) muss sich profilieren, um seine Lizenz zum Töten zu bekommen. Mit zwei blitzsauberen Liquidationen verdient er sich die Anerkennung seiner Vorgesetzten M (DENCH). Als er allerdings seinen ersten Auftrag in Madagaskar in den Sand setzt, ermittelt er auf eigene Faust, um seinen Kredit bei M nicht gleich wieder zu verspielen. Die Spur einer Terrorzelle führt ihn auf die Bahamas, wo er den Geldbeschaffer Le Chiffre (MIKKELSEN) kennen lernt. Bond soll nun im Auftrag des Geheimdienstes bei einem hoch dotierten Pokerspiel mitmachen, das Le Chiffre im Casino Royal in Montenegro veranstaltet. Der Erlös soll der Terrororganisation zugute kommen. Wenn Bond gewinnen sollte, würde die Bande vor dem Ruin stehen...

Kritik:

Alles begann 1953, als Ian Femming seinen ersten James Bond Roman ablieferte – der Titel: „Casino Royale“. Als man neun Jahre später den ersten 007-Streifen verfilmte, entschied man sich aber für „Dr. No“. Aber auch „Casino Royale“ wurde schon einmal verfilmt: 1967 inszenierte man eine Art Persiflage auf die bis dahin bereits bekannt gewordene Serie. David Niven spielte den Bond, Ursula Andress war Vesper Lynd und kein Geringerer als Orson Welles gab den Bösewicht Le Chiffre. Aber auch Namen wie Woody Allen, Peter Sellers und Jean-Paul Belmondo waren Teil der Besetzung.

„Zurück zu den Wurzeln“ als Weg aus der Krise.
Da sich in den letzten Jahrzehnten die inzwischen 20 Filme zählende Bond-Serie in eine Sackgasse manövriert hatte, suchte man nun nach einer Lösung. Zwar wurde der letzte Streifen, „Stirb an einem anderem Tag“ – anders als die beiden vorhergehenden –, von Kritik und Zuschauern gefeiert, trotzdem ging es immer nur noch darum, noch tollere Spezialeffekte und noch wahnwitzigere Waffen zu verwenden. Dem entsprechend explodierten auch die Kosten. „Die Another Day“ kostete schon mehr als 140 Millionen Dollar. Das Heil aus der Krise fand man nun in einem Rückschritt. Als Budget gab MGM diesmal lediglich 100 Million Dollar frei und die Spannung sollte nicht durch Explosionen, sondern durch eine gute Story und Faustkämpfe kommen. Die Rechnung ging auf. Seit „Goldfinger“ war kein Bond mehr so realistisch – so brutal war überhaupt noch keiner.

Bond braucht keine Stars, Bond macht Stars!
Als klar wurde, dass Pierce Brosnan nicht weiter den Bond spielen würde, wurden dutzende Namen als Nachfolger kolportiert. Von Samuel L. Jackson als schwarzen Bond, bis zu Popstar Robbie Williams, wurden alle möglichen Leute genannt. Die realistischsten Chancen hatten wohl noch Clive Owen, Colin Farrell oder Julian McMahon, der Doktor aus „Nip/Tuck“. Auch für die Regie waren einige große Namen, wie Quentin Tarantino im Gespräch… Frei nach dem Motto „Bond braucht keine Stars – Bond macht Stars“, hat man sich aber für relativ unbekannte Schauspieler und den Regisseur eines der besten Bond Filme der letzten Jahrzehnte, „Goldeneye“, entschieden. Sobald jedoch klar war, dass Daniel Craig der neue Bond sein wird, wurde er von der Presse verrissen und als farblos und ungeeignet dargestellt. Nun, da klar ist, dass Craig der beste Bond seit Sean Connery (oder gar der beste Geheimagent aller Zeiten) ist, will ohnehin schon jeder gewusst haben, dass er die richtige Wahl war…

Money Penny und Q gibt es noch nicht.
Schon im Vorspann erkennt man, dass „Casino Royale“ anders ist, als alle anderen Bonds. Bis zum Titel ist alles in schwarz/weiß und im 60er-Jahre Stil gehalten. Man erkennt aber schon die brutale Gangart. Während die Vorgeschichte erzählt wird und Bond zum Beispiel auch auf seinen später langjährigen Freund von der CIA, Felix Leiter, trifft, hat man die Handlung interessanterweise aber in die heutige Zeit verlegt. Bond besucht die Körperwelten-Ausstellung und spielt mit dem Internet und mit Handys – das bleiben aber die einzigen elektronischen Hilfsmittel des Agenten. Während man auf alteingeführte Charaktere wie Q oder Money Penny verzichtet, wird M aber, wie erst in den letzten Filmen von einer Frau, Judy „Gott, wie ich den kalten Krieg vermisse“ Dench, gespielt.

Anders als das Buch.
Da das Originalbuch gerade mal 170 Seiten umfasst, hat man für das Drehbuch einiges hinzu gemogelt. In der ersten Stunde des Films erkennt man kaum Gemeinsamkeiten mit dem Original. Auch das Ende in Venig gibt es im Buch nicht. Aber auch einige Charaktere wurden verändert - wer im Buch böse war, muss es im Film nicht sein, und umgekehrt. Orte wurden geändert: Statt im Badeort Royale an der französischen Atlantikküste, spielt die Haupthandlung nun in Montenegro. Und auch andere Details wurden verändert: Aus Bakkarat wurde Poker und die Organisation, welche von Le Chiffre betrogen wird, ist im Buch der russische Geheimdienst SMERSCH. Dieser wurde aber bereits in den ersten Bondfilmen in die Phantom-Organisation S.P.C.T.R.E. umgetauft. In aktuellen Film ist es aber die Drogenmafia.

Bond als ungeschliffener Diamant.
Bond selbst wird als durchtrainierter Schlägertyp, arrogant und mit großem Ego dargestellt, darf aber auch Gefühle zeigen. Einmal verwendet er sogar das „L“-Wort, was man später von ihm wohl nicht mehr hören wird. Er ist noch rau – ein ungeschliffener Diamant. Die Spannung entsteht am Pokertisch (um diese Szenen wirklich genießen zu können, sollte man wissen, wie Texas Hold’em funktioniert), statt durch oberflächliche Action. Spitze Dialoge ersetzen überflüssigen Schnick-Schnack. Als Waffen stehen ihm lediglich seine Fäuste und seine Walter PKK zur Verfügung.

Fazit:
„Casino Royale“ ist tatsächlich ein Neuanfang der Serie. Er geht neue Wege und bietet die richtige Antwort auf die effektüberladenen Actionfilme der heutigen Zeit. Ausgezeichnet, nur weiter so!

-> Review by Highlander

Wertung: 10 von 10